Geist­li­cher Impuls


  • Geist­li­cher Impuls | Janu­ar 2026
     
    Ein neu­er Anfang – und was bleibt von Indien

    Lie­be Schwes­tern und Brüder,

    ein neu­es Jahr beginnt – und wie immer bringt es Hoff­nun­gen, Plä­ne, gute Vor­sät­ze und viel­leicht auch etwas Unsi­cher­heit mit sich. Für mich per­sön­lich – und für unse­re gan­ze Rei­se­grup­pe – beginnt die­ses Jahr mit vie­len Ein­drü­cken aus Indi­en, von wo wir erst vor kur­zer Zeit zurück­ge­kehrt sind.

    Unse­re Rei­se war bunt und her­aus­for­dernd zugleich:
    Wir haben eine über­wäl­ti­gen­de Leben­dig­keit erlebt, tie­fe Glau­bens­freu­de, fas­zi­nie­ren­de Kul­tur und herz­li­che Begeg­nun­gen. Gleich­zei­tig haben wir Armut gese­hen, wie wir sie hier kaum ken­nen: Stra­ßen vol­ler Müll, chao­ti­schen Ver­kehr, feh­len­de Kana­li­sa­ti­on, Men­schen, die mit sehr wenig leben – und doch oft mit einem Lächeln.

    Die­se Erfah­run­gen las­sen uns nicht ein­fach zur Tages­ord­nung über­ge­hen.
    Sie stel­len Fra­gen:
    Wie selbst­ver­ständ­lich ist für uns, was wir haben?
    Wie gehen wir mit dem um, was uns geschenkt ist?
    Wo kön­nen wir tei­len – Zeit, Auf­merk­sam­keit, Ressourcen?

    Viel­leicht ist das eine gute Ein­la­dung für unser neu­es Jahr:
    Bewuss­ter hin­schau­en.
    Dank­ba­rer leben.
    Sich berüh­ren las­sen – nicht nur von Ein­drü­cken aus fer­nen Län­dern, son­dern auch von den Men­schen hier, die unse­re Auf­merk­sam­keit brauchen.

    Die Rei­se hat uns gezeigt:
    Got­tes Reich wächst im Klei­nen –
    in einer Begeg­nung, in einer Ges­te der Nähe, in einem Blick, der nicht weg­schaut.
    Und jeder von uns kann etwas davon sicht­bar machen – im All­tag, im Mit­ein­an­der unse­rer Gemein­de, im Umgang mit den Schwächsten.

    So gehen wir gemein­sam in die­ses Jahr 2026:
    mit offe­nen Augen, wachem Her­zen und der Bit­te, dass Gott uns die rich­ti­gen Schrit­te zeigt.

    Ich wün­sche Ihnen allen ein geseg­ne­tes neu­es Jahr
    vol­ler Hoff­nung, Frie­den und guter Begegnungen.

    Ihr

    Pater Ant­o­ny