Pader­born/­Sie­gen-Wei­denau (pdp) Der Pader­bor­ner Erz­bi­schof Hans-Josef Becker besuch­te jetzt die zum dies­jäh­ri­gen Oster­fest eröff­ne­te Kolum­ba­ri­ums­kir­che Hei­lig Kreuz in Sie­gen-Wei­denau. Die Kir­che dient nach einem Umbau wei­ter­hin als Gemein­de­kir­che, aber nun auch als Urnen­be­gräb­nis­stät­te und Ort der Trau­er­be­glei­tung. Als pas­to­ra­les Leucht­turm­pro­jekt wur­de die Umge­stal­tung vom Erz­bis­tum Pader­born geför­dert. Erz­bi­schof Becker fei­er­te mit der Gemein­de in der Hei­lig-Kreuz-Kir­che einen Vesper­got­tes­dienst und weih­te die neue vir­tu­el­le Pfei­fen­or­gel im Got­tes­dienst­raum der Kir­che – mit einem rea­len Orgel­spiel­tisch kann damit der Klang einer rea­len Pfei­fen­or­gel simu­liert werden.

„Sie haben hier in Sie­gen-Wei­denau ein Pro­jekt mit hoher und viel­fäl­ti­ger pas­to­ra­ler Strahl­kraft rea­li­siert. Das ist ein Kir­che-Sein, das in die Zukunft weist“, freu­te sich Erz­bi­schof Hans-Josef Becker bei sei­nem Besuch in der Kolum­ba­ri­ums­kir­che über den gelun­ge­nen Umbau. Dechant und Pfar­rer Karl-Hans Köh­le dank­te für die finan­zi­el­le, bera­ten­de und tat­kräf­ti­ge Unter­stüt­zung sei­tens des Erz­bis­tums Pader­born. Ein für die aktu­el­le Zeit zu gro­ßer Kir­chen­raum und rück­läu­fi­ge Got­tes­dienst­be­su­cher­zah­len hat­ten es erfor­dert, über die Ver­än­de­rung des rund 60-jäh­ri­gen Kir­chen­ge­bäu­des nach­zu­den­ken. Das Ergeb­nis ist ein har­mo­ni­scher Drei­klang aus Got­tes­dienst­raum, Urnen­fried­hof und Trauerbegleitungsstätte.

Per­spek­ti­ve wird geweitet

Im Anschluss an den Vesper­got­tes­dienst dank­te der Pader­bor­ner Erz­bi­schof den bei­den Kir­chen­vor­stands­mit­glie­dern Hel­mut Angst und Hein­rich Scher­mo­ly, „die viel Zeit und Herz­blut in das Pro­jekt gesteckt haben“, so Dechant Köh­le. Als Dank von Sei­ten der Pfar­rei gab es für die bei­den ehren­amt­lich Enga­gier­ten jeweils ein beson­de­res Glas­bild: Es nimmt das Motiv der gro­ßen Kathe­dral­wand in der neu gestal­te­ten Hei­lig-Kreuz-Kir­che auf: Die beein­dru­cken­de, durch­schim­mern­de Glas­wand in den Far­ben blau, grün und gelb wei­tet die Per­spek­ti­ve von der Urnen­be­gräb­nis­stät­te zum Raum der Gemein­de­kir­che bis zum Auferstehungskreuz.

Raum für Trau­er und Hoffnung

Von die­ser Hoff­nungs-Per­spek­ti­ve „vom Leben zum Tod“ ist die Kolum­ba­ri­ums­kir­che durch­drun­gen. Der Umbau hat einen Ort geschaf­fen, an dem die blei­ben­de Ver­bun­den­heit mit den Ver­stor­be­nen zum Aus­druck kommt. Auch unbe­dach­te Ver­stor­be­ne fin­den hier eine letz­te Ruhe­stät­te. „Jeder Bereich hat in die­ser Kir­che sei­nen Platz und den­noch steht alles wun­der­bar mit­ein­an­der in Ver­bin­dung. Dadurch ist die Kir­che ein beson­de­rer Raum für Trau­er und Hoff­nung zugleich“, sagt Irm­trud von Plet­ten­berg, Gemein­de­re­fe­ren­tin und ver­ant­wort­lich für die Trauerpastoral.

Die Trau­er­be­glei­tung hat in der Kir­che unter der ehe­ma­li­gen Orgel­büh­ne ihren Raum gefun­den. Ein Team von Ehren­amt­li­chen leis­tet in der Kir­che einen Prä­senz­dienst, so dass trau­ern­de Men­schen ande­ren Men­schen begeg­nen kön­nen, die „mit offe­nem Her­zen und Zeit zum Zuhö­ren“ für die Trau­ern­den da sind, so Irm­trud von Plettenberg.

Geleb­te Evangelisierung

Die Kolum­ba­ri­ums­kir­che in Sie­gen ver­eint sicht­bar meh­re­re Schlüs­sel­the­men aus dem „Ziel­bild 2030+“, das im Okto­ber  2021 dis­ku­tiert wur­de. Das Pro­jekt in Sie­gen för­dert Ehren­amt, ist ein Glau­bens­ort im Pastoralen Raum, an dem Lit­ur­gie und Sakra­men­te gefei­ert wer­den, und zeigt, dass Kir­che für Men­schen da ist, hier ins­be­son­de­re für Trau­ern­de. „So dient die Kir­che dem Leit­kri­te­ri­um der Evan­ge­li­sie­rung des Men­schen von heu­te“, ist Dechant Köh­le überzeugt.