Ohne Kom­men­tar und unge­kürzt möch­ten wir den Gläu­bi­gen in unse­ren Orts­ge­mein­den die­se Nach­richt unse­res Part­ners in der Ukrai­ne wei­ter­ge­ben.
Pfar­rer Micha­el Mel­nyk schreibt:

Lie­be Schwes­tern und Brüder,

heu­te jährt sich der Ein­marsch Russ­lands in die Ukrai­ne zum vier­ten Mal. Für vie­le Kin­der ist Krieg längst kein „Ereig­nis“ mehr, son­dern All­tag: Näch­te mit Sire­nen, Unter­richt online oder im Kel­ler, Tren­nung von Eltern, Trau­er – und eine Unsi­cher­heit, die sich in Kör­per und See­le fest­setzt. Vie­le Jugend­li­che leben mit stän­di­ger Alarm­be­reit­schaft, wie­der­hol­tem Aus­wei­chen in Schutz­räu­me und iso­lier­ten Tagen zu Hau­se. Das zeigt: Kin­der brau­chen nicht nur Unter­richt, son­dern 

Sicher­heit, Sta­bi­li­tät und ver­läss­li­che Bezugs­per­so­nen.

Der Febru­ar 2026 war für vie­le Fami­li­en ein Extrem: Tem­pe­ra­tu­ren bis zu –20 °C, Aus­fäl­le von Strom und Hei­zung, zeit­wei­se kein flie­ßen­des Was­ser. Eltern tun alles, um ihre Kin­der zu schüt­zen – oft im per­ma­nen­ten Über­le­bens­mo­dus. Genau hier setzt unse­re kirch­li­che Hil­fe an: Wir schaf­fen Orte, an denen Kin­der wie­der atmen, ler­nen und Ver­trau­en auf­bau­en können.

Was wir bereits tun

In unse­ren katho­li­schen Pfar­rei­en haben wir mehr als fünf Zen­tren auf­ge­baut. Dort fin­den Kin­der werk­tags am Nach­mit­tag und am Wochen­en­de einen geschütz­ten Ort. Über 2.500 Kin­der haben die­se Räu­me im ver­gan­ge­nen Jahr besucht.

Zudem ist es uns gelun­gen, ein Jugend­zen­trum zu errich­ten und zu eröff­nen, das rasch zu einem belieb­ten Treff­punkt wur­de. Wäh­rend der Strom­aus­fäl­le war es Anlauf­stel­le für Kin­der und ihre Fami­li­en – mit Licht, Wär­me, Ruhe und Ori­en­tie­rung.

Im Jahr 2025 haben wir außer­dem ein sol­ches Zen­trum in Kalush gebaut und eröffnet.

In den Zen­tren bie­ten wir:

  • Psy­cho­lo­gi­sche Unter­stüt­zung: ein­fa­che, alters­ge­rech­te Übun­gen zur Stress­re­gu­la­ti­on, Gesprächs­an­ge­bo­te, kla­re Schrit­te nach belas­ten­den Nächten.
  • Bil­dung & Krea­ti­vi­tät: Lern­hil­fe, Lese- und Sprach­för­de­rung, Werk­stät­ten und Kur­se – von Malen bis zu klei­nen Technikprojekten.
  • Sport & Bewe­gung: Spie­le und Trai­ning, um Span­nun­gen abzu­bau­en und Kraft zu gewinnen.
  • Glau­be & Gemein­schaft: Gebet, Kate­che­se und die Erfah­rung: Gott ver­lässt uns nicht – gera­de jetzt.

Unse­re Erfah­rung ist ermu­ti­gend: Kin­der begin­nen wie­der zu lächeln. Älte­re fin­den Wor­te für Angst; Jün­ge­re wer­den durch Ritua­le und Nähe ruhi­ger. Ver­trau­en wächst – lang­sam, aber real.

Som­mer­pro­gram­me 2025: Was wir umge­setzt haben

Im Som­mer haben wir zwei­mo­na­ti­ge Pro­gram­me für Jugend­li­che durch­ge­führt. Mehr als 75 Kin­der und Jugend­li­che aus sozi­al benach­tei­lig­ten Fami­li­en nah­men teil – dar­un­ter auch Kin­der, die im Krieg ihre Väter ver­lo­ren haben. Das Pro­gramm umfass­te Ver­pfle­gung, Unter­kunft und Miet­kos­ten für siche­re Orte, damit die Teil­neh­men­den wirk­lich aus dem belas­ten­den All­tag her­aus­kom­men konnten.

Durch­ge­führt wur­de das Pro­gramm von

  • vier Psy­cho­lo­gin­nen und Psy­cho­lo­gen, die im Pro­jekt ange­stellt sind,
  • sowie Fach­kräf­ten aus unse­rem Netz­werk, die ehren­amt­lich mit­ge­ar­bei­tet haben (ohne zusätz­li­che Trainerkosten). 

Metho­dik und Inhalte

Wir nutz­ten pra­xis­er­prob­te Ansät­ze aus Kri­sen- und Ein­satz­lo­gik, ange­passt für den zivi­len All­tag. Die Jugend­li­chen lernten:

  • Teams zu bau­en, die tragen,
  • unter Druck kla­rer zu entscheiden,
  • sozia­le und emo­tio­na­le Kom­pe­tenz zu stärken,
  • bes­ser zu kom­mu­ni­zie­ren und zu verhandeln.

Rück­mel­dun­gen der Teil­neh­men­den: mehr Selbst­ver­trau­en, mehr Ver­ant­wor­tung für die eige­ne Gemein­de, neue Moti­va­ti­on, Vor­bild zu sein.

Was als Nächs­tes geplant ist

Für die­ses Jahr möch­ten wir die Unter­stüt­zung ausbauen:

  1. Som­mer­pro­gram­me für Kin­der und Jugend­li­che – sicher, struk­tu­riert, mit psy­cho­lo­gi­scher Beglei­tung und Glaubensangebot.
  2. Aus­bau in Kam­ja­nez-Podilskyj: Pro­gramm für 8–13-Jährige (Ler­nen, krea­ti­ve Werk­stät­ten, Sport, Sicher­heits­trai­ning: Ver­hal­ten bei Alar­men, Ers­te Hil­fe in ein­fa­cher Sprache).
  3. Sta­bi­li­sie­rung von fünf Zen­tren: ver­läss­li­che Öff­nungs­zei­ten, gesi­cher­te Fach­kräf­te, Mate­ri­al für Lern- und Freizeitgruppen. 

Zie­le für die nächs­ten 12 Monate

  • 300 Kin­der zusätz­lich errei­chen, min­des­tens 50 % aus beson­ders belas­te­ten Familien.
  • Für 80 % der Teil­neh­men­den eine fes­te Tages­struk­tur schaf­fen (Haus­auf­ga­ben­zeit, Spiel, Gebet).
  • Monat­li­che Tref­fen mit Eltern/Angehörigen in jeder Grup­pe, damit auch Fami­li­en Halt finden.
  • Wir­kungs­mes­sung durch kur­ze Befra­gun­gen, Beob­ach­tungs­bö­gen und doku­men­tier­te Teilnahme. 

Wofür wir Ihre Spen­de einsetzen

Ihre Unter­stüt­zung fließt in:

  • Fach­kräf­te und Schu­lun­gen für Ehren­amt­li­che (psy­cho­lo­gi­sche Erst­hil­fe, Trau­ma­päd­ago­gik, Kinderschutz)
  • Lern- und Krea­tiv­ma­te­ri­al (Hef­te, Bücher, Bas­tel- und Musik­in­stru­men­te, Sportgeräte)
  • Siche­re Räu­me (Schutz­raum-Aus­stat­tung, ein­fa­che Heiz­ge­rä­te, Licht, Inter­net für Unterricht)
  • Ver­pfle­gung für lan­ge Nach­mit­ta­ge und Sommerprogramme

(Ori­en­tie­rung, wenn Sie eine kon­kre­te Wir­kung suchen: 35 € = Mate­ri­al­pa­ket für ein Kind | 90 € = ein Monat Pro­gramm­be­tei­li­gung | 450 € = ein Sommerplatz-Anteil.)

War­um gera­de wir?

  • Kirch­li­che Nähe: Unse­re Zen­tren sind in Pfar­rei­en ver­an­kert und schnell erreichbar.
  • Ganz­heit­li­cher Ansatz: Seel­sor­ge, Bil­dung, Bewe­gung und psy­cho­lo­gi­sche Beglei­tung grei­fen ineinander.
  • Erfah­rung im Kri­sen­all­tag: kla­re Abläu­fe für Tage nach Angrif­fen und Alarmen.
  • Rechen­schaft: regel­mä­ßi­ge Berich­te über Reich­wei­te, Akti­vi­tä­ten und Mittelverwendung.

Ihre Ant­wort heute

Bit­te hel­fen Sie uns, Kin­dern und Jugend­li­chen inmit­ten des Krie­ges Sicher­heit, Struk­tur und Hoff­nung zu geben. Sie kön­nen ein­ma­lig spen­den oder eine monat­li­che Paten­schaft über­neh­men, die einen ver­läss­li­chen Platz im Pro­gramm sichert.
Wenn Sie möch­ten, berich­ten wir digi­tal oder vor Ort kurz in Ihrer Gemein­de und beant­wor­ten Fra­gen. Auf Wunsch sen­den wir Ihnen einen kom­pak­ten Pro­jekt- und Wir­kungs­be­richt mit Fotos und Stim­men aus den Gruppen.

Im Glau­ben ver­bun­den dan­ke ich Ihnen für Ihre Groß­her­zig­keit. Der Herr seg­ne Sie für jedes Zei­chen der Nächstenliebe.

Mit herz­li­chem Dank und pries­ter­li­chem Segen

Micha­el Melnyk