Das Pro­jekt Voza­ma kon­zen­triert sich auf Bil­dung und auf Vor­schu­len in ent­le­ge­nen Dör­fern im gebir­gi­gen Süden von Mada­gas­kar. Wenn aber Hun­gers­not herrscht, geht das nack­te Über­le­ben der Men­schen vor. Madame Taratra, die Lei­te­rin von Voza­ma, hat uns dar­über infor­miert  und wir haben eine Hilfs­ak­ti­on mit 5.200 € unter­stützt. In die­sen Tagen hat uns der Bericht über die Akti­on erreicht.

Der Start der Hun­ger­hil­fe hat­te sich ver­zö­gert, weil vor Weih­nach­ten nicht so vie­le Lebens­mit­tel beschafft wer­den konn­ten. Außer­dem sind die Prei­se  in der Hun­gers­not gestie­gen.  Der Ort  Andra­no­hi­na­ly im Distrikt Tuléar II (300 km süd­lich der Voza­ma-Zen­tra­le) war die zen­tra­le Ver­teil­sta­ti­on der Akti­on. Für die­se Stre­cke in den unweg­sa­men Ber­gen brauch­ten die schwe­ren vier­rad­ge­trie­be­nen Autos fast einen gan­zen Tag. Die Ver­tei­lung auf die Dör­fer nahm eine Woche in Anspruch. In die­ser Zeit muss­ten auch alle Voza­ma-Mit­ar­bei­ter unter­ge­bracht und ver­pflegt wer­den. Für Unter­kunft, Ver­pfle­gung, Kraft­stoff, Fahr­zeug­mie­te und Pro­jekt­ab­wick­lung wur­den etwas weni­ger als 10 % der Gesamt­sum­me ein­ge­setzt.  Mit der Lebens­mit­tel­spen­de wird der Unter­ernäh­rung vor­ge­beugt und die Über­le­bens­si­tua­ti­on der Fami­li­en wird ver­bes­sert. 

206 Fami­li­en in fünf Dör­fern (Anal­ami; Masia­kam­py; Andra­no­hi­na­ly; Sari­ria­ke; Ant­sa­koa­mi­le­ka) wur­den ver­sorgt. Jede Fami­lie bekam 25 kg Reis, 8 kg Voan­em­ba (eine Boh­nen­art) und 5 kg Mehl, das zuge­setz­te Vit­ami­ne ent­hält. So wur­den 7,5 Ton­nen Lebens­mit­tel in das Hun­ger­ge­biet gebracht. Die­se Men­ge hilft den Men­schen knapp drei Mona­te  zu über­le­ben.

Die Ver­tei­lung auf die wirk­lich bedürf­ti­gen Fami­li­en ist nie ein­fach, schreibt Madama Taratra, aber Voza­ma habe viel Erfah­rung auch durch die Arbeit mit den Vor­schu­len in den Dör­fern sam­meln kön­nen. Und Voza­ma-Mit­ar­bei­ter genie­ßen ein hohes Anse­hen in den Dör­fern. Der Ehe­mann von Madama Taratra, Arthur, lei­te­te die Akti­on. In Zusam­men­ar­beit mit kom­mu­na­len Behör­den und vor allem loka­len Struk­tu­ren, wobei die Dorf­äl­tes­ten eine wich­ti­ge Rol­le spie­len, sei schon im Vor­feld eine öffent­li­che Lis­te der begüns­tig­ten Fami­li­en erstellt wor­den und so  eine orga­ni­sier­te, siche­re, fried­li­che und trans­pa­ren­te Ver­tei­lung gewähr­leis­tet wor­den. Jede begüns­ti­ge Fami­lie bzw. Per­son bestä­tig­te den Emp­fang der Hil­fe. Die Ver­tei­lung erfolgt  in aller Öffent­lich­keit im Dorf, meist auf dem Platz in der Mit­te des Dorfes.

Die bei­gefüg­ten Bil­der machen klar, dass hier alles in Ruhe und Ord­nung pas­siert ist. Trotz gewis­ser Pro­ble­me bei der  Aus­wahl der Fami­li­en konn­ten durch Gesprä­che und gemein­schaft­li­che soli­da­ri­sche Ent­schei­dun­gen Span­nun­gen abge­baut wer­den. Die sozia­le Akzep­tanz der Maß­nah­me wur­de auf die­se Wei­se sicher gestellt. Das Pro­jekt hat somit sei­ne Zie­le erreicht und die Wider­stands­fä­hig­keit und den sozia­len Zusam­men­halt in den Dör­fern gestärkt.

Selbst­ver­ständ­lich  hat uns Voza­ma auch eine Abrech­nung geschickt. Die Bil­der­se­rie ver­mit­telt einen guten Ein­druck von der siche­ren Art und Wei­se, wie die­se Hun­ger­hil­fe durch­ge­führt wur­de. Der Eine-Welt-Kreis ist Voza­ma für die­sen Ein­satz sehr dankbar.