Ach­tung, Baustelle!

Bis vor kur­zem führ­te mein Weg täg­lich an einer gro­ßen Bau­stel­le vor­bei. Lan­ge war dort alles unüber­sicht­lich: Staub, Lärm, Umwe­ge. Oft habe ich mich gefragt, was dar­aus wohl ein­mal wer­den soll. Und dann, vor ein paar Wochen, waren die Bau­zäu­ne plötz­lich weg. Ein Haus stand da – hell, offen, bewohnt. Da wur­de mir klar: Der gan­ze Umweg, die Geduld, das Aus­hal­ten hat­ten sich gelohnt. Es war neu­er Lebens­raum entstanden.

Zukunft – weltweit

Die Mise­re­or-Fas­ten­ak­ti­on 2026 „Hier fängt Zukunft an“ lädt genau zu die­sem Blick ein. Zukunft ist nicht nur etwas, das irgend­wann kommt – sie ent­steht dort, wo Men­schen heu­te han­deln. Welt­weit unter­stützt Mise­re­or Men­schen dabei, ihre Zukunft selbst zu gestal­ten. Bil­dung, Beglei­tung und Soli­da­ri­tät eröff­nen neue Per­spek­ti­ven und schen­ken Wür­de, Teil­ha­be und Hoff­nung. Zukunft wächst dort, wo Men­schen ein­an­der stärken.

Zukunft – bei uns

Auch bei uns sind wir auf einer Bau­stel­le. Als Kir­che erle­ben wir Ver­än­de­run­gen. Die katho­li­sche Land­schaft in Sie­gen-Witt­gen­stein ist im Umbau auf dem Weg zum neu­en Seel­sor­ge­raum. Gewohn­tes schwin­det, Neu­es ist noch nicht fer­tig. Das kann ver­un­si­chern und tut manch­mal weh. Und doch bin ich über­zeugt: Ver­än­de­rung schafft Raum: für neue For­men von Gemein­schaft, Wort-Got­tes-Fei­ern, viel­fäl­ti­ge For­men der Lit­ur­gie, und ande­re Mög­lich­kei­ten, in denen wir unse­ren Glau­ben gemein­sam leben, gestal­ten und fei­ern kön­nen. Vie­le brin­gen sich dabei ein – haupt- und ehren­amt­lich, mit Ideen, Zeit und Gebet. Das macht Mut. Zukunft ent­steht, weil Men­schen mitbauen.

Zukunft – in uns

Die Fas­ten­zeit lädt uns ein, die­se Bau­stel­le auch in uns selbst wahr­zu­neh­men. Sie ist eine Zeit des Umbaus – nicht nur außen, son­dern auch innen. Ich darf mich fra­gen: Was kann ich in mir bewe­gen, damit Gott in mir und durch mich bau­en kann? Was darf ich los­las­sen? Wo kann ich offe­ner wer­den, gedul­di­ger, vertrauensvoller?

Die­ser Weg braucht eine Hal­tung, die trägt: Ver­trau­en und Wohl­wol­len. Ver­trau­en dar­auf, dass Gott uns auch durch unüber­sicht­li­che Zei­ten führt. Wohl­wol­len für­ein­an­der und mit uns selbst. Der Pro­phet Jesa­ja macht uns Mut:

„Seht, ich mache etwas Neu­es. Schon sprießt es – merkt ihr es nicht?“ (Jes 43,19)

Hier fängt Zukunft an – welt­weit, bei uns und in uns.

Und wir dür­fen sicher sein: Der, der immer war, ist und sein wird, geht an unse­rer Seite!

Eine geseg­ne­te Fas­ten­zeit wünscht Ihnen

Alex­an­dra Pod­sta­wa ofs

Gemein­de­re­fe­ren­tin