Es war ein ereignisreiches Jahr für den Eine-Welt-Kreis. Es begann mit dem Tod von Johannes Frevel, so dass nur noch drei Mitglieder aus der Vergangenheit im Kreis übrigblieben. Wir verdanken Johannes viel und gedenken seiner. Wir haben ein wichtiges Mitglied verloren. Neue Leute wurden aber gefunden. Der Eine-Welt-Kreis umfasst jetzt: Gerhard Jüngst, Erwin Vitt und Willi Zeumer als die alten Mitglieder. Dazu sind gekommen: Steffi und Bert Hesse, Daniela und Thomas Kleber, Pia Krell, Rita und Burkhard Mende, Wolfgang Müller, Katja Scholz, Bärbel Weber.
Besuch in Madagaskar zum Projekt VOZAMA: Der Kreis hatte die Einladung von Frau Taratra, der Leiterin von Vozama, im November 2024 erhalten und sechs Personen machten sich am 8. Februar für 12 Tage auf den Weg. Der Flieger startete in Frankfurt und dann ging es über Paris nach Antananarivo, der Hauptstadt Madagaskars. Der erste Tag diente der Gewöhnung an das tropisch warme Klima. Dann waren von der Hauptstadt bis zu VOZAMA in Fianarantsoa 420 km zu überwinden. Auf unseren Autobahnen wäre das kein Problem. In Madagaskar braucht man für diese Strecke 12 bis 14 Stunden! Die Besucher wurden bei VOZAMA herzlich begrüßt und dann folgte ein strammes Besuchsprogramm bei insgesamt acht Vorschulen, denn das zentrale Ziel von VOZAMA ist die Bildung der Kinder in Vorschulalter. VO.ZA.MA ist eine Abkürzung für „Retten wir die Kinder Madagaskars” und das Motto lautet: Ein Kind geht in die Schule und das ganze Dorf entwickelt sich!
Wir konnten die Arbeit der Lehrerinnen sehen, ihre Fort- und Ausbildung, wir waren bei einem Elternnachmittag (Erziehung zur Hygiene und Gesundheit) dabei, haben erfahren, dass VOZAMA für die Frauen der Dörfer Maßnahmen ergreift, damit sie zusätzlich Geld verdienen (Seife-Herstellung, Baumsamen ziehen und für die Wiederaufforstung sorgen, Gemüsegärten auch für die Vorschulen anlegen und bearbeiten). Wir konnten sehen, wie VOZAMA auch für sauberes Trinkwasser sorgt. Wir haben mit Dorfältesten gesprochen. Sie sind die eigentlichen „Vertragspartner“ für VOZAMA, denn kein Dorf bekommt so eine Grundschule „geschenkt“. Das ganze Dorf muss mitarbeiten und neben den Eltern auch Geld aufbringen, damit die Lehrerinnen und die Kosten der Vorschule bezahlt werden.
Den Dank der Menschen haben wir ganz besonders intensiv im Dorf Antsahamaina gespürt, wo mit unserer Unterstützung im Jahre 2023 eine dreiklassige Vorschule für ca. 15.000 € gebaut worden war. Das Dorf nahm unseren Besuch zum Anlass, die Vorschule noch einmal einzuweihen und es war ein großes fröhliches Fest mitten in der Zeit vom Dezember bis März, wo in dieser gebirgigen Gegend in der Mitte Madagaskars eigentlich der Hunger regiert.
Wir sind zurückgekommen mit der Überzeugung, jeder Euro, der dort investiert wird, ist sehr gut angelegt. Dies ist ein sehr effizientes Projekt und wir werden es weiter unterstützen.
Am 15. März hielt der Eine-Welt-Kreis eine Strategie-Sitzung ab, in der es darum ging, die Aufgaben neu zu verteilen. Willi Zeumer, 85 Jahre alt, legte die Verantwortung in jüngere Hände. Und wie das Schritt für Schritt erfolgen soll, wurde besprochen, Aufgaben und Verantwortung wurden neu verteilt.
Am 6. April 2025 folgte der Soli-Marsch in Freudenberg. Das Wetter war frisch, aber sonnig. Dechant Karl-Hans Köhle und Freudenbergs Bürgermeisterin Frau Nicole Reschke schickten die knapp 200 Teilnehmenden auf die drei üblichen Wanderstrecken von 5, 10 und 15 Kilometern. Herr Köhle betonte die Hilfe für die Armen, Frau Reschke das ehrenamtliche Engagement des Eine-Welt-Kreises. Seit 1972 sorgt der Kreis für weltkirchliche Arbeit in den Gemeinden und auch in diesem Jahr ist wieder eine unglaubliche Summe zustande gekommen (34.077 €).
Im Anschluss an den Soli-Marsch wurden die Spenden auf die aktuellen Projekte verteilt. Zusammen mit schon vorhandenen Spenden: VOZAMA neuer Schulbau 25.000 €, VOZAMA 10.000 € Beitrag zu den Kosten der Organisation, 5.000 € in die Ukraine an Pfarrer Michael Melnyk, 5.000 € in den Kongo für das Landwirtschaftsprojekt Abbé Victor. Es wurden damit 45.000 € verteilt.
In den Sommerferien folgt immer der weltkirchliche Sonntag. Das war 2025 der 13. Juli. In allen Sonntagsgottesdiensten in der Pfarrei Heilige Familie hat ein Mitglied des Kreises gesprochen und darum geworben, dass wir den „fernen Nächsten“ nicht vergessen. Daneben bot der Eine-Welt-Kreis Marmeladen an. Ein Gläschen entsprach 20 Ziegelsteinen für den Neubau der VOZAMA Vorschule.
Zum Abschluss des Jahres kam dann der traditionelle Adventsbasar. Das Pfarrheim war mehrfach sehr gut gefüllt. Die Adventskränze fanden reißenden Absatz und es hätten auch noch mehr sein können, aber unser Arbeitsteam ist schon jetzt an seine Grenzen gestoßen. Deshalb gilt: Wer wirklich einen Adventskranz haben will, muss ihn vorbestellen. Kekse, Marmeladen, Kaffee und Kuchen waren begehrt und am Ende stand ein Reinerlös von 5.000 €.
Unabhängig von unseren Gemeinden stellte der Eine-Welt-Kreis im November bei der Sozialaktion des Berufskollegs Technik in Siegen das VOZAMA Projekt vor. Sinn der jährlichen Aktion ist es, den Schülern ihre soziale Verantwortung deutlich zu machen. Der Kontakt kam über Frau Nicola Kotthoff aus unserer Gemeinde zustande, die an dieser Schule Lehrerin ist. Eine Woche lang wurde in der Aula vielen Klassen das Projekt erklärt und die Schülervertretung (SV) bat um Spenden. Als die Aktion im Dezember beendet war, meldete die SV einen Erlös von 12.000 €, der über Misereor zur Deckung der gesamten Kosten des Projektes dient. Der Eine-Welt-Kreis hat sein Wissen in diesem Zusammenhang gern mit jeweils zwei Mitgliedern zur Verfügung gestellt.
Wir stehen mit unseren Projektpartner in dauerhafter Verbindung. Und so haben wir wiederholt von den schrecklichen Umständen des Krieges in der Ukraine erfahren, aber wir haben auch gehört, dass im Süden Madagaskars in den Bergen, wo die Dörfer von VOZAMA liegen, Hungersnot herrscht. Aus früheren Jahren hat Vozama Erfahrung mit der richtigen Verteilung von Lebensmitteln in den Dörfern. Mit solch einer Aktion von 2.600 € werden 100 Familien für drei Monate versorgt.
Deshalb haben wir im Dezember noch einmal eine Verteilung von Spenden vorgenommen. 5.000 € für Pfarrer Melnyk in der Ukraine, 2.600 € für eine Hungerhilfsaktion auf Madagaskar über VOZAMA im Dezember und 2.500 € für das Landwirtschaftsprojekt von Abbé Victor, damit Samen für die neue Aussaat rechtzeitig gekauft werden kann. Am 2. Januar 2026 folgten weitere 2.600 € als Hungerhilfe in eine andere Region durch VOZAMA, sowie 10.000 € für den Neubau einer fünfklassigen Vorschule, die auch behinderte Kinder aufnehmen wird.
Der Eine-Welt-Kreis blickt zurück auf ein erfolgreiches Jahr und dankt allen Spenderinnen und Spendern, die dazu beigetragen haben, dieses Ergebnis möglich zu machen. Es ist nicht unsere Leistung, wir sind nur die Vermittler, aber ein wichtiges Bindeglied zwischen unseren Gemeinden und dem fernen Nächsten.
Foto: Die Reisegruppe mit Frau Taratra, zweite von rechts (PR Siegen-Freudenberg)

