Ein neuer Anfang – und was bleibt von Indien
Liebe Schwestern und Brüder,
ein neues Jahr beginnt – und wie immer bringt es Hoffnungen, Pläne, gute Vorsätze und vielleicht auch etwas Unsicherheit mit sich. Für mich persönlich – und für unsere ganze Reisegruppe – beginnt dieses Jahr mit vielen Eindrücken aus Indien, von wo wir erst vor kurzer Zeit zurückgekehrt sind.
Unsere Reise war bunt und herausfordernd zugleich:
Wir haben eine überwältigende Lebendigkeit erlebt, tiefe Glaubensfreude, faszinierende Kultur und herzliche Begegnungen. Gleichzeitig haben wir Armut gesehen, wie wir sie hier kaum kennen: Straßen voller Müll, chaotischen Verkehr, fehlende Kanalisation, Menschen, die mit sehr wenig leben – und doch oft mit einem Lächeln.
Diese Erfahrungen lassen uns nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.
Sie stellen Fragen:
Wie selbstverständlich ist für uns, was wir haben?
Wie gehen wir mit dem um, was uns geschenkt ist?
Wo können wir teilen – Zeit, Aufmerksamkeit, Ressourcen?
Vielleicht ist das eine gute Einladung für unser neues Jahr:
Bewusster hinschauen.
Dankbarer leben.
Sich berühren lassen – nicht nur von Eindrücken aus fernen Ländern, sondern auch von den Menschen hier, die unsere Aufmerksamkeit brauchen.
Die Reise hat uns gezeigt:
Gottes Reich wächst im Kleinen –
in einer Begegnung, in einer Geste der Nähe, in einem Blick, der nicht wegschaut.
Und jeder von uns kann etwas davon sichtbar machen – im Alltag, im Miteinander unserer Gemeinde, im Umgang mit den Schwächsten.
So gehen wir gemeinsam in dieses Jahr 2026:
mit offenen Augen, wachem Herzen und der Bitte, dass Gott uns die richtigen Schritte zeigt.
Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes neues Jahr
voller Hoffnung, Frieden und guter Begegnungen.
Pater Antony

