Zwei herr­li­che Wer­ke erklan­gen unter der Lei­tung von Hel­ga Maria Lan­ge in St. Joseph

Eine gro­ße Zuhö­rer­schar hat­te sich am Sonn­tag, den 14. Dezem­ber in St. Joseph ein­ge­fun­den, um die bei­den sel­ten auf­ge­führ­ten weih­nacht­li­chen Wer­ke zu erle­ben. Das Magni­fi­cat des baro­cken Kom­po­nis­ten Fran­ces­co Duran­te ist eine ein­drucks­vol­le Ver­to­nung des Lob­ge­sangs der Maria, den sie anstimmt, als sie erfährt, mit Jesus schwan­ger zu sein. Die Haupt­auf­ga­be hat der Chor zu leis­ten, von den vier Solis­ten mit kur­zen Ein­wür­fen kom­men­tiert. Bes­tens von DKM Hel­ga Maria Lan­ge vor­be­rei­tet, sang der Chor klang­frisch, dyna­misch abge­stuft und prä­zi­se die zwi­schen Ein­fach­heit und Poly­pho­nie wech­seln­den Par­tien. Die für das zwei­te Haupt­werk, Camil­le Saint-Saëns Ora­to­rio de Noël (Weih­nachts­ora­to­ri­um) ein­ge­la­de­ne Har­fe­nis­tin Val­eska Gle­ser stell­te sich mit einem zau­ber­haf­ten Har­fen­so­lo vor: Ank van Kam­pens Varia­tio­nen über ein wali­si­sches Weih­nachts­lied. Der Chor erfreu­te dar­auf mit vier bekann­ten Weih­nachts­cho­rä­len in baro­cken Sätzen.

War das fran­zö­si­sche Weih­nachts­ora­to­ri­um vor Jah­ren noch ein Geheim­tipp, so wird es heu­te oft auf­ge­führt. Sein har­mo­nisch berüh­rend schö­nes Klang­ge­wand, die solis­tisch anspruchs­voll gestal­te­ten Par­tien und die schlich­te Ein­gän­gig­keit der Chor­par­tie machen das Werk auch für den Hörer zu einem beson­de­ren Erleb­nis. Strei­cher, Orgel und Har­fe beglei­ten das Gesche­hen der Geburt Chris­ti, die Mez­zo­so­pran-Arie, ein Duett und ein Ter­zett sowie Ein­wür­fe des Cho­res kom­men­tie­ren und prei­sen die Sze­ne­rie. Mit einem strah­lend fünf­stim­mi­gen Schluss­ge­sang der Solis­ten und des Cho­res endet das Ora­to­ri­um. Alle fünf Gesang­solis­ten konn­ten über­zeu­gen, beson­ders sei San­dra Diehl mit ihrem bis in höchs­te Höhen leuch­ten­den Sopran und die mit einem volu­mi­nö­sen Alt sin­gen­de Maar­ja Pur­ga erwähnt. Der Bass Joel Urch, der Tenor Leon Noel Wep­ner und die Mez­zo­so­pra­nis­tin Nina Junk waren eben­so erfreu­li­che Solis­ten. Die unter der Füh­rung von Annet­te Pan­kratz spie­len­de Came­ra­ta Instru­men­ta­le Sie­gen bil­de­te das klang­schö­ne, ver­läss­li­che Fun­da­ment.  

Der begeis­ter­te Applaus for­der­te eine Zuga­be: der Chor sang noch ein­mal das „Magni­fi­cat“, den Ein­gangs­chor von Fran­ces­co Duran­te. 

Isa­bel Lippitz

Fotos: Karl-Hans Köh­le und Ste­fan Heinen