Zum 32. Mal in Fol­ge fand die öku­me­ni­sche Sie­ge­ner Orgel­nacht statt, tur­nus­ge­mäß im Wech­sel mit der evan­ge­li­schen Mar­ti­ni-Kir­che und der Nico­lai-Kir­che war in die­sem Jahr am 4. Okto­ber die katho­li­sche Kir­che St. Joseph als Ver­an­stal­tungs­ort an der Rei­he. Orga­nis­tin­nen und Orga­nis­ten aus der Regi­on Sie­gen spiel­ten ab 20.00 Uhr ein bun­tes, viel­fäl­ti­ges Programm.

Bian­ca Beh­le, Hel­ga Maria Lan­ge, Tho­mas Mai­worm, Chris­toph Nig­ge­mei­er, Jür­gen Pog­gel und Peter Scholl prä­sen­tie­ren alle Klang­fa­cet­ten der Mebold-Orgel. Die Besu­che­rin­nen und Besu­cher wur­den auf eine musi­ka­li­sche Rei­se durch ver­schie­de­ne Epo­chen und Stil­rich­tun­gen mit­ge­nom­men. Die Orgel von St. Joseph mit ihrem cha­rak­ter­vol­len Klang­bild und ihrer beein­dru­cken­den Akus­tik bot den per­fek­ten Rah­men für das Kon­zert. Durch die Illu­mi­na­ti­on des Rau­mes ent­stand zusätz­lich eine sehr stim­mungs­vol­le Atmo­sphä­re. Zwi­schen den ein­zel­nen Dar­bie­tun­gen blieb Zeit für Mode­ra­tio­nen, um die Organist/innen und die Stü­cke vor­zu­stel­len. 

Mit Wer­ken von Gabri­el Pier­né, Alex­and­re Guil­mant, Theo­do­re Salo­mé, L.J.A. Lefé­bu­re-Wély und L. Boëll­mann stan­den fran­zö­si­sche Kom­po­nis­ten der Roman­tik mit ihrer Klang­sinn­lich­keit, expres­si­ven Har­mo­nik und ihren ein­gän­gi­gen Melo­die­fin­dun­gen im Fokus. Auch eng­li­sche Roman­tik mit bekann­ten für die Orgel arran­gier­te Wer­ke von Edward Elgar (Marsch aus Pomp and Cir­cum­s­tance) und Charles J. Grey waren in das Pro­gramm auf­ge­nom­men wor­den. Selbst­ver­ständ­lich erklan­gen auch Wer­ke von J.S. Bach: das fran­zö­sisch inspi­rier­te Piè­ce d´Orgue, die dori­sche Toc­ca­ta sowie der Kan­ta­ten­satz „Jesus blei­bet mei­ne Freu­de“ in einer Orgelbearbeitung.

Eben­falls waren zeit­ge­nös­si­sche Wer­ke ver­tre­ten: die im gemä­ßigt moder­nen Stil kom­po­nier­te „Suite roman­tique“ von dem Kana­di­er Denis Bédard, das „Chant de Paix (Frie­dens­ge­sang) und „Incan­ta­ti­on“ (Anru­fung) von dem blin­den Kom­po­nis­ten und Orga­nis­ten Jean Lang­lais mit einer ganz eige­nen Ton­spra­che sowie das „High­land Cathe­dral“, das 1982 für die „schot­ti­schen „High­land Games“ in Deutsch­land kom­po­niert wor­den ist und von der köl­schen Grup­pe Bläck Fööss spä­ter mit einem deut­schen Text ver­se­hen wor­den ist. Außer­dem wur­de Film­mu­sik zu Gehör gebracht: ein Stück aus „Star Wars“ von John Wil­liams und zwei Stü­cke in Arran­ge­ments für die Orgel von Anna Lap­wood aus dem Film „Inter­stel­lar“ mit Musik von Hans Zim­mer, die durch die musi­ka­li­sche Nach­ah­mung der krei­sen­den Rota­tio­nen des Raum­schif­fes in dem Film auf der Orgel bei­na­he wie Mini­mal-Music wirkten.

In der Pau­se der Orgel­nacht gegen 21.30 Uhr wur­de im Pfarr­heim neben­an ein reich­hal­ti­ges Buf­fet ange­bo­ten und die Mög­lich­keit zu regem Gesprächs­aus­tausch gegeben.

Das Publi­kum dank­te den Organist/innen mit lang anhal­ten­dem Applaus für ihre Dar­bie­tun­gen. Die Orgel­nacht zeig­te ein­drucks­voll, wie leben­dig und viel­fäl­tig die Orgel­mu­sik heu­te ist – ein gelun­ge­ner Abend für alle Freund/innen die­ses beson­de­ren Instru­ments. 

Text: Hel­ga Maria Lan­ge
Foto: Isa­bel Lippitz
von links nach rechts: Chris­toph Nig­ge­mei­er, Tho­mas Mai­worm, Peter Scholl, Hel­ga Maria Lan­ge, Bian­ca Beh­le, Jür­gen Pog­gel