Zeu­gin­nen und Zeu­gen der Hoff­nung sein — Sie­gens ältes­te katho­li­sche Kir­che wird 300 Jah­re alt 

 Zeu­gin­nen und Zeu­gen der Hoff­nung zu sein, dazu ermu­tig­te Erz­bi­schof Dr. Udo Mar­kus Bentz die Katho­li­ken in Sie­gen. In sei­nem Gruß­wort an die St. Marien-Gemein­de zum 300-jäh­ri­gen Bestehen der St. Marien-Kir­che in der Sie­ge­ner Ober­stadt rief er dazu auf, im Ver­trau­en auf Gott das Christ­sein in der Dia­spo­ra, also in der Min­der­hei­ten­si­tua­ti­on, zu leben.

Zahl­reich waren die Gläu­bi­gen, die jetzt Sie­gens ältes­ten Kirch­bau nach der Refor­ma­ti­on fei­er­ten. Im Jahr 1695 war die zum Fran­zis­ka­ner­klos­ter gehö­ren­de und von den Katho­li­ken genutz­te Johan­nes­kir­che nie­der­ge­brannt. Ein neu­er Kir­chen­bau wur­de schließ­lich in der Löhr­stra­ße – heu­te Sie­gens Ober­stadt – geneh­migt und von den Jesui­ten ver­wirk­licht. Die Ver­wirk­li­chung dau­er­te nach der Grund­stein­le­gung im Jahr 1702 rund 23 Jah­re. Am 15. August 1725 konn­te der ers­te Got­tes­dient in der Kir­che mit dem Patro­nat „Mariä Him­mel­fahrt“ gefei­ert wer­den. Seit­dem erleb­ten Sie­gens Katho­li­ken eine wech­sel­vol­le Geschich­te mit ihrer Kir­che, die u.a. dem Bom­ben­an­griff auf die Stadt im Jahr 1944 zum Opfer fiel und zügig wie­der­auf­ge­baut wer­den konn­te.
Heu­te gehört die Mari­en­ge­mein­de zur Pfar­rei St. Johan­nes der Täu­fer im Pastoralen Raum Siegen-Freudenberg.

Pfar­rer Karl-Hans Köh­le bezeich­ne­te Maria in sei­ner Pre­digt als die „Bun­des­la­de Got­tes“, die Jesus in ihrem Schoß trug und der Welt brach­te. „Ihr gläu­bi­ges Herz war vol­ler Hoff­nung und müt­ter­li­cher Lie­be für ihren Sohn, aber auch für uns alle“, beton­te Dechant Köh­le die Bedeu­tung der Got­tes­mut­ter auch für unse­re Zeit.

Zur Fest­mes­se, die musi­ka­lisch vom Kir­chen­chor der St. Peter-und-Paul-Gemein­de unter der Lei­tung von Deka­nats­kir­chen­mu­si­ke­rin Hel­ga Maria Lan­ge umrahmt wur­de, sowie zum anschlie­ßen­den Emp­fang auf dem Alt­stadt­platz, der nach dem wegen sei­nes Wider­stan­des gegen die Natio­nal­so­zia­lis­ten berühmt gewor­de­nen frü­he­ren Marien-Pfar­rer Wil­helm Och­se benannt ist, konn­ten das Seel­sor­ge­team und das Gemein­de­team um Hans Peter Kol­be u.a die frü­he­ren Pfar­rer Wolf­gang Win­kel­mann und Hans-Jür­gen Woll­we­ber, aber auch den aus der Gemein­de stam­men­den Kaplan Andre­as Heu­pel begrü­ßen. Sie­gens ers­te stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­te­rin Ange­la Jung und der Pfar­rer der benach­bar­ten evan­ge­li­schen Niko­lai­kir­chen­ge­mein­de, Ste­fan König, über­brach­ten herz­li­che Glück­wün­sche sei­tens der Stadt Sie­gen und der Ökumene.

Dank­an­dacht und Festvortrag

Im Rah­men der Fest­ver­an­stal­tun­gen zum Kir­chen­ju­bi­lä­um hat­te Dia­kon Mat­thi­as Weiß­ner zwei Tage vor dem Jubi­lä­ums­fest im Rah­men einer Eucha­ris­ti­schen Dank­an­dacht einen beein­dru­cken­den Vor­trag über die Bau­ge­schich­te gehal­ten. Dar­in bezeich­ne­te er St. Marien als die „Mut­ter­kir­che“, da von ihr aus nicht nur das Klos­ter (1953/1966) und die Wall­fahrts­an­la­ge (1933) auf der Ere­mi­ta­ge, das St. Marien-Kran­ken­haus (1861), son­dern mit St. Joseph Wei­den­au (1893), St. Micha­el (1907), St. Marien Eis­er­feld (1931) und St. Peter-und-Paul (1937) auch wei­te­re katho­li­sche Kirch­bau­ten rea­li­siert wur­de.  Das Gemein­de­team St. Marien hat zum Anlass eine Fest­schrift her­aus­ge­ge­ben, die im Pfarr­bü­ro (Kam­pen­stra­ße 46, 57072 Sie­gen) gegen eine Spen­de erwor­ben wer­den kann. Online ist sie abruf­bar unter www.pr-si-fr.de(Pfarreien/St. Johan­nes der Täufer/Kirchen & His­to­rie der Gemeinden/St.Marien