Unter dem Motto „Aus den Fugen“ erfreute das Boreas-Quartett-Bremen“ am Abend des Muttertages die Freundinnen und Freunde von Blockflötenmusik, die nach St. Joseph gekommen waren, um den wunderbaren Klängen der hölzernen Blasinstrumente zu lauschen.
Die aus Siegen-Obersetzen stammende Elisabeth Champollion, die ihren ersten Blockflötenunterricht an der Fritz-Busch-Musikschule bei Jürgen Scholl erhielt, hat während ihres Studiums in Bremen mit drei Kommilitoninnen (Jin-Ju Baek, Julia Fritz und Luise Manske) das Blockflöten-Quartett gegründet. Seit 15 Jahren spielen die Musikerinnen nun in gleicher Besetzung und sind weltweit unterwegs, letzten Monat in Litauen, im nächsten Monat in den USA. In St. Joseph hatten sie vor einigen Jahren bereits mit einem gut besuchten Familienprogramm (Bremer Stadtmusikanten) im Pfarrheim neben der Kirche konzertiert.
Das Boreas Quartett Bremen hat mittlerweile einige renommierte Musik-Preise gewonnen, da es durch lebendige Ausdruckskraft, überragende Technik, perfekte Intonation und große Präzision im Zusammenspiel immer wieder überzeugt. Benannt hat sich das Ensemble nach „Boreas“ – dem griechischen Gott des Nordwindes.
Der Wind — also die Atemluft — brachte im Konzert am Muttertag die über 40 mitgebrachten Blockflöten verschiedener Bauart und Größe zum Klingen. Es war erstaunlich, wie flexibel alle 4 Musikerinnen während des Programms von der kleinen Sopranino- über die Alt- und Tenor- bis hin zur Sub-Kontrabass-Blockflöte wechseln konnten, sogar die modernen Paetzold-Blockflöten kamen zum Einsatz.
Eine Zeitreise führte durch das reichhaltige Fugenrepertoire vom 13. Jahrhundert über die Renaissance (T. Merula, T. Tallis, W. Byrd) bis hin zu J.S. Bach und auch in die Gegenwart. Bachs „Kunst der Fuge“ wurde kombiniert mit zeitgenössischen Werken („Theatre of the absurd“ von Piet Swerts,*1960), welche die kompositorischen Möglichkeiten bis in ihre Extreme ausreizen. Elisabeth Champollion moderierte und erklärte den Aufbau der Werke, in denen einige Fugenthemen sehr einprägsam waren, bei anderen Stücken aber chromatisch verschachtelt oder mit sehr kurz hintereinander liegender Einsatzfolge erklangen. Das Blockflöten-Ensemble spielte auch Kompositionen, die von Vogelklängen inspiriert wurden, so z.B. das „Capriccio per lo Rossignolo“ (Nachtigall) und die „Canzon über das Henner-und Hannergeschrey“ (Hühnergeschrei) von Alessando Poglietti aus dem 17. Jahrhundert.
Als Zugabe erklatschten sich die begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörer noch den musikalischen „Goldregen“ der Frau Holle aus dem aktuellen Märchenprogramm des Quartetts.

